Informationen zur Zucht

Offizieller Ansprechpartner bei allen Fragen rund um den Appaloosa

Im Jahre 2006 wurden wir - Ingrid Wedekind & Ronny Barts - vom Vorstand des Appaloosa Horse Club Germany im Rahmen des neuen Partnerprogrammes als “Offizieller Regionalpartner des ApHCG” ausgezeichnet.

Wir helfen Ihnen bei allen Angelegenheiten rund um den Appaloosa, beantworten Fragen zur Rasse und zum Westernreiten generell. Speziell in der Abwicklung der Formalitäten mit dem Appaloosa Horse Club USA bei der Eintragung von Pferden und bei Besitzerwechsel wurde unser Service schon oft in Anspruch genommen.

Zur Genetik

Bei allen Tierarten und somit auch in den Pferden findet man Gendefekte. Durch zunehmende Forschung werden immer mehr Gendefekte entdeckt.

Generell sind auch die Westernpferderassen Quarter Horse, Paint Horse und Appaloosa betroffen. Eine US Studie zeigt sehr deutlich, dass es unter den Elitepferden in allen Leistungsrichtungen Genträger für HERDA, GBED und Typ1 PSSM gibt.

HYPP findet sich vornehmlich in Halter-Linien.

Es ist nicht offensichtlich, wenn ein Pferd Träger eines defekten Gens ist.

Züchter sollten ihre TIere testen lassen, damit potentielle Risikoanpaarungen ausgeschlossen werden können.

 

Unsere Pferde wurden alle einem 5PN-Test unterzogen, d.h. auf das Vorhandensein der Gene PSSM, HERDA, GBED, MH und HYPP und getestet. 

PSSM

Bei PSSM (Polysaccharide Storage Myopathy = Glucogen-Speicher-Störung) handelt es sich um eine genetische Prädisposition, die eventuell zu degenerativen Muskelerkrankungen mit einer Störung im Kohlenhydrat-Stoffwechsel führen kann. Mehrfachzucker wird nicht verstoffwechselt sondern in den Muskelzellen gespeichert: amylaseresistente Einschlüsse entstehen. Betroffene Pferde magern trotz ausreichender Fütterung ab.

Die PSSM wird dominant vererbt, das bedeutet, dass bereits ein betroffenes Allel zu oben genannten Symptomen führen kann.

Die Schwere der Symptome nimmt bei Ausbruch jedoch noch zu, wenn das Pferd reinerbig für die Mutation ist, d.h. zwei betroffene Allele besitzt.

 

Für die Zucht heißt das:

Schon die Verpaarung eines einfachen PSSM-Trägers mit einem gesunden Tier bringt zu 50% wieder ein Trägertier!

PSSM-Träger gehören nicht in die Zucht!

HERDA

Die Hauterkrankung HERDA (Hereditary Equine Regional Dermal Asthenia = Erblich Regional Begrenzte Hautschwäche) wurde erstmals 1978 bei Quarter Horses beobachtet.

HERDA führt bei Doppel-Genträgern zu einer extrem empfindlichen und damit auch leicht verletzbaren Haut, meist entlang der Rückenlinie betroffener Pferde.
Ein Ausbruch der Krankheit lässt sich nicht oder nur sehr selten beim Fohlen voraussagen. Erste, massive Krankheitsanzeichen treten manchmal erst auf, wenn die Pferde eingeritten werden.
Eine Heilung gibt es nicht, betroffene Pferde sind unbrauchbar für den Reiteinsatz und müssen, wie die Universität Kalifornien berichtet, meist auch getötet werden.

 

Für die Zucht heißt das:

Die Erkrankung ist rezessiv, das heißt Einzelgenträger für HERDA sind vollständig gesund. Die Verpaarung eines einfachen HERDA-Trägers mit einem Nichtträger ist völlig problemlos!

Das Fohlen ist immer gesund.

HYPP

HYPP (Hyperkalemic Periodic Paralysis Disease = Hyperkalemische Periodische Paralyse) ist eine unheilbare Stoffwechselkrankheit. Durch einen Gen-Defekt ist das normale Öffnen und Schließen des Natriumionenkanals (ein kleiner Durchgang in der Membrane der Muskelzellen) gestört, so dass unkontrolliert Natriumionen passieren können. Das verändert die Spannung der Muskelzellen und verursacht unkontrolliertes Zusammenziehen oder Entspannen des Muskels.

Die klinischen Symptome von HYPP können sehr unterschiedlich sein. Pferde, bei denen ein Gen betroffen ist sind meist weniger stark erkrankt als Pferde, bei denen beide Gene betroffen sind.

 

Für die Zucht heißt das:

HYPP wird dominant vererbt, das bedeutet, dass bereits ein betroffenes Gen zu dieser Erkrankung führt. Die Schwere der Erkrankung nimmt jedoch noch zu, wenn das Pferd reinerbig für die Mutation ist, d.h. zwei betroffene Gene besitzt.

HYPP-Träger gehören nicht in die Zucht!

GBED

Bei GBED (Glycogen Branching Enzyme Deficiency) fehlt den Fohlen ein Enzym (GBE), das zur regulären Glykogen-Synthese und Lagerung benötigt wird. Dadurch kann der Körper den Zucker nicht richtig verwerten. Die benötigte Energie für die Aufrechterhaltung der Funktion von Herz, Hirn und Muskeln fehlt deshalb. Man nimmt an, dass momentan etwa 10 % aller Quarter Horses GBED-Träger sind.

Die meisten Fohlen mit GBED (= dem doppelten Gen) sterben, trotz intensiver Betreuung, noch bevor sie 8 Wochen alt sind.

Einzelgenträger haben selbst jedoch keine Symptome und sind gesund.

 

Für die Zucht heißt das:

Die Erkrankung ist rezessiv, was bedeutet, dass beide Elterntiere Träger sein müssen damit ein Fohlen mit GBED (= dem doppelten Gen) geboren werden kann. Die Verpaarung eines einfachen GBED-Trägers mit einem Nichtträger ist völlig problemlos. Das Fohlen ist immer gesund.

MH

Maligne Hyperthermie ist eine ererbte autosomal dominante Erkrankung mit lebens-bedrohlichem Zustand, die gewöhnlich durch die Verabreichung von Narkosesubstanzen ausgelöst wird.

Bei anfälligen Pferden wird eine Stoffwechselentgleisung in der Skelettmuskulatur verursacht, welche die Sauerstoffversorgung, die Ausscheidung des Kohlendioxyds, und die Regulierung der Körpertemperatur beeinträchtigt und zum Kollaps oder Tode führt, wenn sie nicht sofort behandelt wird.

 

Für die Zucht heißt das:

MH wird dominant vererbt, das bedeutet, dass bereits ein betroffenes Gen zu dieser Erkrankung führt. Die Schwere der Erkrankung nimmt jedoch noch zu, wenn das Pferd reinerbig für die Mutation ist, d.h. zwei betroffene Gene besitzt.

MH-Träger gehören nicht in die Zucht!

Zusammenfassung

Bei autosomal-rezessiven Erbgängen wie HERDA, GBED sind Einzelgenträger (N/Mut) völlig gesund.  Wird ein Einzelträger mit einem Nicht-Träger angepaart, kann der Träger zwar zu 50 % das mutierte Gen weitergeben, aber der Nachkomme ist gesund und wird nicht erkranken.

 

Bei autosomal-dominaten Ergängen wie PSSM, HYPP und MH kann ein Trägertier bereits erkranken, wenn nur ein mutiertes Gen von Vater oder Mutter weitergegeben wird. Allerdings können Trägertiere von autosomal-dominaten Erbgängen augenscheinlich ganz gesund wirken oder die Krankheit bricht erst zu einem späteren Zeitpunkt aus. 

Informationen: ApHCG, DQHA, PHCG

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