Informationen zur Zucht

Offizieller Ansprechpartner bei allen Fragen rund um den Appaloosa

Im Jahre 2006 wurden wir - Ingrid Wedekind & Ronny Barts - vom Vorstand des Appaloosa Horse Club Germany im Rahmen des neuen Partnerprogrammes als “Offizieller Regionalpartner des ApHCG” ausgezeichnet.

Deshalb helfen wir Ihnen gern bei allen Angelegenheiten mit dem Appaloosa Horse Club USA - rund um Eintragung, Besitzwechsel und Abstammung.

Ihr eingetragener Appaloosa wurde noch nicht ins Deutsche Zuchtbuch aufgenommen? Und Sie besitzen auch noch keinen Equidenpasses mit Zuchtbescheinigung? Gern klären wir für Sie die Möglichkeiten ab!

Erfahrungen aus 20 Jahren Appaloosa Zucht

Bei uns lebt bereits Nachzucht der dritten Generation. Großeltern, Eltern und deren Fohlen sind bei uns zu besichtigen.

Haben Sie Fragen zur Genetik, Abstammung, Farb- und Mustervererbung?

Gern geben wir unsere Kenntnisse und Erfahrungen aus 20 Jahren Zucht an Interessierte weiter.

Genetik

Gendefekte

Bei allen Tierarten und somit auch in den Pferden findet man Gendefekte. Durch zunehmende Forschung werden immer mehr Gendefekte entdeckt.

Generell sind auch die Westernpferderassen Quarter Horse, Paint Horse und Appaloosa betroffen. Eine US Studie zeigt sehr deutlich, dass es unter den Elitepferden in allen Leistungsrichtungen Genträger für HERDA, GBED und Typ1 PSSM gibt.

HYPP findet sich vornehmlich in Halter-Linien.

Es ist nicht offensichtlich, wenn ein Pferd Träger eines defekten Gens ist.

Züchter sollten ihre TIere testen lassen, damit potentielle Risikoanpaarungen ausgeschlossen werden können.

 

Unsere Pferde wurden alle einem 5PN-Test unterzogen, d.h. auf das Vorhandensein der Gene PSSM1, HERDA, GBED, MH und HYPP und getestet. 

Weiterhin haben wir zunächst unsere Hengste und aktuelle Zuchtstuten auf die neuentdeckte Mutation (MYH1) testen lassen.

PSSM

Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Gen bereits vor 1200-1500 Jahren mutiert ist, also vor der Entstehung moderner Rassen. PSSM wurde in bisher in mehr als 20 Pferderassen nachgewiesen. Erkrankte Pferde erleiden je nach Haltung und Fütterung unterschiedlich häufig Anfälle, die dem "Kreuzverschlag" ähneln. Eine angepasste Ernährung und spezielle Bewegungstherapie ermöglichen, bei frühzeitiger Diagnose, eine verbesserte Lebensqualität des betroffenen Pferdes.

Es werden zwei verschiedene Typen von PSSM unterschieden, bei denen verschiedene Gene betroffen sind: Dabei ist Typ 1 (PSSM1) mit circa 80 Prozent der Fälle weitaus häufiger. Diese Form von PSSM tritt eher bei stark bemuskelten, komakt gebauten Pferden wie Quarter Horses (Paint, Appaloosa, Morgan Horses, Kaltblut)auf. Pferde mit Typ 2 (PSSM2) stehen oft im leichteren Typ, haben nicht unbedingt das gleiche ruhige Temperament wie Pferde mit Typ 1 (PSSM1). Beide Formen von PSSM sind in unterschiedlichen und weitgehend unbekannten Ausmaßen in jeder Pferderasse vorhanden. D.h. auch bei negativem PSSM1 Test kann uU ein positives Ergebnis beim PSSM2 Test vorliegen und umgekehrt. Beide Tests (mittels Haarprobe) können mittlerweile bei verschiedenen Laboren in Deutschland durchgeführt werden (Laboklin, CAG).

 

PSSM wird dominant vererbt, das bedeutet, dass bereits ein betroffenes Allel zu oben genannten Symptomen führen kann.

Die Schwere der Symptome nimmt bei Ausbruch jedoch noch zu, wenn das Pferd reinerbig für die Mutation ist, d.h. zwei betroffene Allele besitzt.

 

Für die Zucht heißt das:

Schon die Verpaarung eines einfachen PSSM-Trägers mit einem gesunden Tier bringt zu 50% wieder ein Trägertier!

PSSM-Träger gehören nicht in die Zucht!

HERDA

Die Hauterkrankung HERDA (Hereditary Equine Regional Dermal Asthenia = Erblich Regional Begrenzte Hautschwäche) wurde erstmals 1978 bei Quarter Horses beobachtet.

HERDA führt bei Doppel-Genträgern zu einer extrem empfindlichen und damit auch leicht verletzbaren Haut, meist entlang der Rückenlinie betroffener Pferde.
Ein Ausbruch der Krankheit lässt sich nicht oder nur sehr selten beim Fohlen voraussagen. Erste, massive Krankheitsanzeichen treten manchmal erst auf, wenn die Pferde eingeritten werden.
Eine Heilung gibt es nicht, betroffene Pferde sind unbrauchbar für den Reiteinsatz und müssen, wie die Universität Kalifornien berichtet, meist auch getötet werden.

 

Für die Zucht heißt das:

Die Erkrankung ist rezessiv, das heißt Einzelgenträger für HERDA sind vollständig gesund. Die Verpaarung eines einfachen HERDA-Trägers mit einem Nichtträger ist völlig problemlos!

Das Fohlen ist immer gesund.

HYPP

HYPP (Hyperkalemic Periodic Paralysis Disease = Hyperkalemische Periodische Paralyse) ist eine unheilbare Stoffwechselkrankheit. Durch einen Gen-Defekt ist das normale Öffnen und Schließen des Natriumionenkanals (ein kleiner Durchgang in der Membrane der Muskelzellen) gestört, so dass unkontrolliert Natriumionen passieren können. Das verändert die Spannung der Muskelzellen und verursacht unkontrolliertes Zusammenziehen oder Entspannen des Muskels.

Die klinischen Symptome von HYPP können sehr unterschiedlich sein. Pferde, bei denen ein Gen betroffen ist sind meist weniger stark erkrankt als Pferde, bei denen beide Gene betroffen sind.

 

Für die Zucht heißt das:

HYPP wird dominant vererbt, das bedeutet, dass bereits ein betroffenes Gen zu dieser Erkrankung führt. Die Schwere der Erkrankung nimmt jedoch noch zu, wenn das Pferd reinerbig für die Mutation ist, d.h. zwei betroffene Gene besitzt.

HYPP-Träger gehören nicht in die Zucht!

GBED

Bei GBED (Glycogen Branching Enzyme Deficiency) fehlt den Fohlen ein Enzym (GBE), das zur regulären Glykogen-Synthese und Lagerung benötigt wird. Dadurch kann der Körper den Zucker nicht richtig verwerten. Die benötigte Energie für die Aufrechterhaltung der Funktion von Herz, Hirn und Muskeln fehlt deshalb. Man nimmt an, dass momentan etwa 10 % aller Quarter Horses GBED-Träger sind.

Die meisten Fohlen mit GBED (= dem doppelten Gen) sterben, trotz intensiver Betreuung, noch bevor sie 8 Wochen alt sind.

Einzelgenträger haben selbst jedoch keine Symptome und sind gesund.

 

Für die Zucht heißt das:

Die Erkrankung ist rezessiv, was bedeutet, dass beide Elterntiere Träger sein müssen damit ein Fohlen mit GBED (= dem doppelten Gen) geboren werden kann. Die Verpaarung eines einfachen GBED-Trägers mit einem Nichtträger ist völlig problemlos. Das Fohlen ist immer gesund.

Maligne Hyperthermie (MH)

Maligne Hyperthermie ist eine ererbte autosomal dominante Erkrankung mit lebens-bedrohlichem Zustand, die gewöhnlich durch die Verabreichung von Narkosesubstanzen ausgelöst wird.

Bei anfälligen Pferden wird eine Stoffwechselentgleisung in der Skelettmuskulatur verursacht, welche die Sauerstoffversorgung, die Ausscheidung des Kohlendioxyds, und die Regulierung der Körpertemperatur beeinträchtigt und zum Kollaps oder Tode führt, wenn sie nicht sofort behandelt wird.

 

Für die Zucht heißt das:

MH wird dominant vererbt, das bedeutet, dass bereits ein betroffenes Gen zu dieser Erkrankung führt. Die Schwere der Erkrankung nimmt jedoch noch zu, wenn das Pferd reinerbig für die Mutation ist, d.h. zwei betroffene Gene besitzt.

MH-Träger gehören nicht in die Zucht!

Zusammenfassung

Bei autosomal-rezessiven Erbgängen wie HERDA, GBED sind Einzelgenträger (N/Mut) völlig gesund.  Wird ein Einzelträger mit einem Nicht-Träger angepaart, kann der Träger zwar zu 50 % das mutierte Gen weitergeben, aber der Nachkomme ist gesund und wird nicht erkranken.

 

Bei autosomal-dominaten Ergängen wie PSSM, HYPP und MH kann ein Trägertier bereits erkranken, wenn nur ein mutiertes Gen von Vater oder Mutter weitergegeben wird. Allerdings können Trägertiere von autosomal-dominaten Erbgängen augenscheinlich ganz gesund wirken oder die Krankheit bricht erst zu einem späteren Zeitpunkt aus. 

Informationen: ApHCG, DQHA, PHCG

Die IMM/MYH1 Muskelerkrankung (IMM)

 

MYH1 ist eine Mutation in einem Gen, das den Code für ein bestimmtes Muskelprotein (Myosin) enthält. Die Mutation kann bei Trägertieren eine höhere Anfälligkeit für die IMM Erkrankung (Immunvermittelte Myositis) und ein erhöhtes Auftreten spontaner Muskelschädigungen hervorrufen. Bei IMM handelt es sich um einen Krankheitskomplex, bei dem Abwehrzellen in die Muskelfasern einwandern und dort zu Entzündung und Zellzerstörung führen.

Die Ausprägung von Symptomen ist stark variabel, d.h. nur ein Teil der Pferde mit der Variation (MY/n) werden tatsächlich krank.

Auslöser können äußerliche Ursachen, wie zB eine schwere Erkrankung (Virus-Grippe), Befall mit Streptokkoken, oder Equines Herpes Virus EHV4 Infektionen sein, die den immunvermittelten Muskelschwund begünstigen. Betroffene Pferde zeigen Symptome meist vor dem 8. Lebensjahr oder nach dem 17. Lebensjahr. Der Muskelschwund kann sehr schnell fortschreiten und einige Monate anhalten, bis es zu einer Besserung kommt. Ein Test sollte in jedem Fall zur Bestätigung oder als Ausschluss einer IMM-Diagnose dienen.

 

Für die Zucht heißt das: 

Der Erbgang ist unvollständig autosomal-dominant.

  • Tiere der Variation (MY/n) werden den Defekt zu 50% an die Nachkommen weitergegeben (mischerbig). Zwei Pferde der Variantion (MY/n) sollten nicht miteinander angepaart werden. Bei Auftreten von Symptomen sollte das Pferd aus der Zucht ausgeschlossen werden. 
  • Tiere mit zwei Kopien der Variation (My/My) sind betroffen und werden die Variation an alle Nachkommen weitergegeben(mischerbig). Pferde mit der Variation (MY/MY) sollten generell aus der Zucht ausgeschlossen werden.

 

Eine Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern der US Universität Kalifornien und von der US Universität Michigan hat im Januar 2019 erste Ergebnisse über die Verbreitung im US Quarter Horse vorgelegt. Diese Untersuchungen zeigen eindeutig, dass sich unter den My- Genträgern im US Quarter Horse herausragende und ganz besonders erfolgreiche Showpferde befinden, die nicht von der Muskelerkrankung IMM betroffen sind.

 

Eine offizielle Stellungnahme der Zuchtverbände zum Umgang mit MYH1/IMM liegt noch nicht vor. 

Informationen: Wittelsbuerger, Dr. Ines v. Butler-Wemken

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