STORY

Gedanken zur Zucht

Die Qualität eines Pferdes ergibt sich im täglichen Umgang und unter dem Sattel des Reiters.

Deshalb züchten wir Appaloosa aus NRHA Leistungslinien, deren Eltern und Großeltern bereits ihr Talent, ihre Kooperationsbereitschaft und ihre Rittigkeit bewiesen haben. Wichtig ist es uns dabei, die positiven Eigenschaften der Appaloosa Rasse zu erhalten und möglichst viel Appaloosa Performance Abstammung und von Vererbern der ApHC Hall of Fame zu sichern. Dabei legen wir viel Wert auf ein korrektes Gebäude sowie auf eine ansprechende Optik im Quarter Horse Typ.

 

Außergewöhnliche Appaloosa, die schon durch das Pedigree Aufmerksamkeit wecken, die durch ihr Gebäude, Leistungsvermögen und Leistungsbereitschaft alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Sportpferd mit bringen und zudem noch wunderschön und rassespezifisch gezeichnet sind – das ist das Ziel unserer Zucht.

 

Dieses Zuchtziel ist aus unserer Sicht nicht in kurzer Zeit oder mit nur einer Zuchtgeneration zu erreichen, hat nichts mit den allseits üblichen Aktivitäten zur Produktion von bunten Fohlen zur schnellen Vermarktung zu tun. Es bedingt außerdem, dass beide Eltern des Fohlens ein entsprechendes Potential weitergeben können. Deshalb legen wir auch sehr viel Wert auf die jeweilige Mutterlinie.

 

Es erfordert ein klares Konzept, großen Idealismus, einen sehr langen Atem, viel Energie und persönlichen Einsatz. 

 

Und nicht zuletzt: Für die Zucht von Appaloosa benötigt man eine ausreichende Ignoranz gegenüber Vorurteilen und Appaloosa-Witzen aller Art J.

Doch wie war es zu dieser Idee gekommen?

MILWAUKEE BLANKET im ApHCG Showprogramm Equitana Open Air (2000)

Unabhängig voneinander waren wir beide - bereits in den 90er Jahren - stolze Besitzer von Appaloosa: MILWAUKEE BLANKET verstarb nach einigen glücklichen gemeinsamen Jahren in 2002 an einer Kolik.

Und der Hengst US JEREMIAH war ein erfolgreiches Halterpferd - zweifach Skipper W gezogen – und wollte kein Reitpferd sein.

So waren wir gemeinsam auf der Suche nach deren Nachfolgern. Und es sollten - gegen den derzeitigen Trend - wieder Appaloosa sein.

 

Mit Appaloosa und gegen den Trend

Einzelne Personen, wie der Züchter Rolf Peterka, hatten immer wieder auf Appaloosa gesetzt. In 1998 hatte er zunächst TAP AND BOGIE als Jährling importiert und als Deckhengst aufgebaut und europaweit angeboten. Dieser Junghengst wich vom üblichen Angebot dahingehend ab, das er tatsächlich stringent aus Reining Linien stammte. Dessen beide Eltern waren ApHC World Champions in Reining -  der Vater HOLLYWOOD TAPS GN ein direkter Sohn von HOLLYWOOD JAC 86 und die Mutter BOOGIE TOP SECRET (NRHA Futurity Finalistin) eine direkte Tochter von TOPSAIL CODY.

 

2002 erwarben wir zwei Fohlen von TAP AND BOGIE: Als zukünftigen Wallach den bayfarbenen Hengst aus der ApHC World Champion Stute CUTE AND TROUBLE, einer Tochter von SMART AND TROUBLE und ein wunderschönes dunfarbenes Stutfohlen aus einer Foundation-Stute.

 

Die Festlegung unseres Zuchtziels entstand zwischen den Jahren 2002 und 2005 und nach umfassender Studie des amerikanischen und europäischen Marktes für Reining Pferde. Appaloosa hatten im Reining Sport bisher keine Rolle gespielt, bis auf wenige Ausnahmen gab es sie einfach gar nicht. Diese Ausnahmen waren zumeist Nachkommen von Quarter Horses, die mit einem Appaloosa angepaart worden waren.

 

Von auffallend guter Vererberqualität erschienen schon damals - neben HOLLYWOOD TAPS GN - die Hengste IMA DOC O'LENA und HIGH SIGN NUGGET und sind noch heute aufgrund ihrer erfolgreichen Nachzucht ständig in den Ergebnislisten der ApHC World Shows zu finden.

Der Zuchtaufbau

SMARTLENA BOGIE (2005)

Wir wechselten mit unseren zwei Jungpferden im Dezember 2002 auf unsere heutige kleine Anlage. So verlebten die Geschwister behütet und verwöhnt ihren ersten gemeinsamen Winter. Im Herbst 2003 verstarb unerwartet TAP AND BOGIE und wir entschieden uns, dessen Sohn SMARTLENA BOGIE zunächst nicht kastrieren zu lassen. Dabei blieb es.

Wir boten SMARTLENA BOGIE ab 2005 als Deckhengst an und es kamen einige interessante Kontakte zustande. 

SIX O LENA (2012)

2005 kam die sechszehnjährige Stute SIX O LENA zu uns, eine direkte Tochter von IMA DOC OLENA aus einer direkten Tochter von DOUBLE SIX DOMINO. Eine Riesenchance für uns!

Unser Gedanke war es, die schon ältere Stute SIX O LENA im Idealfall der Reihe nach mit erfolgreichen Söhnen verschiedener NRHA Million Dollar Sires anzupaaren und so Jungstuten für unser Zuchtvorhaben zu erhalten. Das gestaltete sich zunächst als ein sehr schwieriges Vorhaben, gelang nach einer längeren Regeneration der Stute dann aber doch. 

Die Stutenlinie

SIX WHIZ LENA (Sire: ECHOES OF WHIZDOM)

Wir hatten noch einmal sehr viel Glück, denn unter "Lena's"  fünf Nachkommen (!!!) waren vier Stutfohlen - von unterschiedlichen Vätern und in sehr zufriedenstellender Qualität.

Diese Stuten - Appaloosa Enkelinnen von TOPSAIL WHIZ, LIL RUF PEPPY und GALLO DEL CIELO sowie von einem Foundation-Hengst - und deren Bruder SIX O CIELO erinnern uns jeden Tag an unsere geliebte, alte „Oma Lene“.

Die Hengstlinie

KJ JOKERS HIGH SIGN (2010)

Parallel machten wir uns auf die Suche nach einer HIGH SIGN NUGGET Tochter für unsere Zucht. Die gewünschte Stute sollte zwar eine Reining-Mutter, aber keine IMA DOC O LENA Abstammung besitzen.

Fündig wurden wir 2010 in Kanada, importierten die Stute kurzerhand und konnten KJ JOKERS HIGH SIGN im Juli 2010 auf dem Flughafen in Luxemburg in Empfang nehmen.

TARIS HIGH SIGN (2012)

Und wieder Glück: KJ JOKERS HIGH SIGN hat uns bisher vier qualitätvolle Hengstfohlen geboren.

Zwei ihrer Nachkommen, ein SHINING SPARK Enkel sowie ein Sohn (FPD 77%) von unserem SMARTLENA BOGIE bereichern unsere Hengstlinie.

Unser dritter Junghengst stammt ebenfalls aus eigener Zucht, er ist ein HOLLYWOOD DUN IT Enkel aus unserer COMANCHE HOLLYWOOD.

Private Zucht - klein und fein... oder was wir nicht sind...

Blick aus dem Haus (2015)

Wir sind kein Zuchtbetrieb, sondern halten unsere Pferde seit vielen Jahren neben unserem Wohnhaus. Wir haben keine Angestellten und versorgen unsere Vierbeiner täglich selbst. Wir züchten nicht in jedem Jahr Fohlen oder Nachwuchspferde für den Verkauf. Wir kaufen keine älteren Pferde an, um sie nach einem oder zwei Jahren (mit Gewinn) wieder zu verkaufen. Unsere alten Pferde bleiben bei uns bis zu ihrem letzten Tag.

QUO VADIS?

Hengst SMARTLENA BOGIE als Schulpferd (2017)

Einige unserer Pferde wurden im Rahmen unserer persönlichen Möglichkeiten geshowt, sie laufen fast täglich im Reitunterricht unter Anfängern sowie auch fortgeschrittenen Reitern.

Sie sind ausnahmslos einfach im Umgang, sehr menschenbezogen und auch nach vielen Jahren unter dem Sattel täglich bereit zur Mitarbeit.

In 2018 konnten wir uns über die nächste Generation Appaloosa aus unserer Zucht freuen und werden unserem Ziel damit ein wenig näher kommen.

 

News

21.10.2018

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